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Robert Todd Carroll

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Unbekannte Flugobjekte

Ein UFO ist ein unbekanntes Flugobjekt, das als mögliches oder tatsächliches außerirdisches Raumschiff identifiziert worden ist. Zu solchen Objekten gehören z.B. Sternschnuppen, sich auflösende Satelliten, Vogelschwärme, Flugzeuge, Lichter, Wetterballons - so ziemlich alles im sichtbaren elektromagnetischen Bereich. Aber für die definitive Identifikation eines UFOs als außerirdisches Raumschiff existieren bis heute keinerlei Beweise, die mit der Wissenschaft und dem gesunden Menschenverstand in Einklang zu bringen sind. So gab es weder wiederkehrende identische UFO-Erfahrungen, noch Sachbeweise, die den Vorbeiflug oder die Landung eines UFOs belegen könnten.

Von UFOs gibt es so viele Fotografien wie vom Loch-Ness -Monster - und sie haben die gleiche Qualität: viele sind verschwommen, andere eindeutig Fälschungen. Angebliche Sachbeweise, wie z.B. Trümmer von Bruchlandungen, Brandstellen von Landungen oder Implantate in den Nasen oder Gehirnen der angeblich von Außerirdischen Entführten entpuppten sich allesamt als ziemlich irdisch - und auch unter ihnen befanden sich einige Fälschungen. Die Hauptgründe, die Menschen dazu bewegen, an UFOs zu glauben, bestehen in der Unfähigkeit, Science Fiction und Wissenschaft auseinander zu halten, in der Bereitwilligkeit, inkompetenten Menschen ihre fantastischen Geschichten zu glauben, sowie gleichzeitig in der Fähigkeit, allen Quellen, die dagegen sprechen, zu misstrauen - weil sie Teil einer üblen Verschwörung zur Vertuschung der Wahrheit seien - und schließlich im Wunsch nach Kontaktaufnahme mit einer überirdischen Welt. Kurz gesagt: der Glaube an UFOs ist eng verwandt mit dem Glauben an Gott.

"UFOlogie ist die Mythologie des Weltraumzeitalters. Statt Engel...haben wir jetzt...Aliens. Sie ist das Produkt unserer kreativen Fantasie. Sie dient den Zwecken der Poesie und des Existenzialismus. Sie strebt danach, dem Menschen tiefere Wurzeln und eine bessere Orientierung im Kosmos zu verschaffen. Sie ist Ausdruck unseres Hungers nach Mysterien...unserer Hoffnung auf transzendentale Bedeutung. Die Götter des Olymp sind zu Weltraumreisenden georden, die uns in unseren Träumen in andere Welten transportieren."
Paul Kurtz

Der Astronom Dr. J. Allen Hynek, leidenschaftlicher Verfechter des Glaubens an die Existenz von UFOs, und der Mann, der uns den Ausdruck "close encounters of the third kind" brachte, definiert ein UFO wie folgt:

"Die Meldung eines am Himmel oder an Land gesichteten Objektes oder Lichtes, dessen Erscheinen, Flugbahn, und generelles dynamisches Verhalten und Leuchtverhalten nicht auf eine logische, übliche Erklärung schließen lässt, und das nicht nur dem ursprünglichen Beobachter rätselhaft ist, sondern auch rätselhaft bleibt nach genauer Untersuchung aller vorhandenen Beweismittel durch Personen, die technisch dazu fähig sind, eine vernunftgemäße Identifizierung zu erstellen, sofern eine solche möglich sein sollte."

Dieser verwirrende Satz scheint auszusagen, dass man, wenn man etwas gesehen hat, das intelligente Leute nicht vernunftgemäß erklären können, ein UFO gesehen hat. Zeugen solcher Beobachtungen behaupten oft, dass das, was sie gesehen hätten, nicht mit den bekannten Gesetzen der Physik erklärt werden könne. Sie behaupten, Zeugen der Verletzung eines Naturgesetzes, also eines Wunders, gewesen zu sein.

Aber vielleicht ist das, was Hynek mit "allen vorhandenen Beweismitteln" meint, viel weniger als das, was ein Skeptiker verlangen würde. Zum Beispiel bestehen die Beweise, auf die sich UFOlogen berufen, aus (1) Aussagen von Personen, die behaupten, sie hätten außerirdische Wesen oder außerirdische Raumschiffe gesehen; (2) Angaben über die Menschen, die solche Aussagen machen; (3) dem Fehlen von gegenteiligen Aussagen oder Sachbeweisen, die das Phänomen entweder unter Verweis auf normale Ursachen aufklären (Wetterballon, Streich, Meteoriten, Lichtspiegelung, usw.) oder die Zuverlässigkeit des Augenzeugen untergraben würden; und (4) angeblichen Schwachpunkten in den Argumenten der Skeptiker gegen die UFOlogen. Obwohl der letzte Punkt überhaupt nicht zur Sache gehört, wird ihm in der UFOlogie eine unverhältnismäßig große Rolle eingeräumt.

Für Verfechter der Behauptung, UFOs seien außerirdische Raumschiffe, ist es charakteristisch, lieber die Argumente oder Beweggründe ihres Gegners zu attackieren, anstatt definitive Beweise der eigenen Ansicht zu liefern. Natürlich ist es völlig in Ordnung, das Argument des Gegners anzugreifen, um Schwächen und und Fehlschlüsse aufzudecken. Aber Widerlegung ist kein Ersatz für Beweise. Es ist ganz einfach schlechte Logik, wenn man annimmt, die eigenen Gründe gelten allein nur deshalb, weil die des Gegners mangelhaft sind. Die eigenen Gründe sind vielleicht genauso mangelhaft wie die des Gegners, oder gar noch mangelhafter.

Eine weitere beliebte Taktik der UFOlogen ist die Behauptung, dass der Skeptiker nicht beweisen kann, dass das, was gesichtet wurde, kein außerirdisches Objekt war. Aus dieser Tatsache soll man wohl folgern, dass es sich also aller Wahrscheinlichkeit nach um ein außerirdisches Objekt handelt. Diese Art von Beweisführung wird als "argumentum ad ignorantiam" bezeichnet. Eine Behauptung wird aber keineswegs schon allein dadurch wahr oder tragbar, dass die Wahrheit einer gegenteiligen Behauptung nicht nachgewiesen werden kann. Was die Argumente für die Existenz von UFOs anbetrifft, so gibt es hierbei zwei verschiedene Vorgehensweisen. Die eine besteht darin, zu behaupten, dass es keine logische Erklärung gibt, weil irgendeinem Wissenschaftler, Piloten, Luftwaffen-Oberst, oder promovierten Akademiker keine einfällt. Die andere besteht darin, auf den Mangel an gegenteiligen Beweisen zu deuten: auf fehlende Gegenaussagen anderer Augenzeugen, oder darauf, dass kein Nachweis vorliege, dass da keine außerirdischen Wesen oder Raumschiffe gewesen wären. Auch hierin steckt ein logischer Fehler. Die Tatsache, dass irgendeinem Genie keine Erklärung für irgendetwas einfällt, hat nichts mit der Frage zu tun, ob das Phänomen im Zusammenhang mit einem Besuch aus dem All erklärt werden muss. Die Wahl ist hier nicht zwischen (a) wir wissen, dass diese konventionelle Erklärung richtig ist, oder (b) wir müssen daraus schließen, dass wir von Außerirdischen heimgesucht worden sind.

Es scheint vernünftiger, anzunehmen, dass wir diese Phänomene nur deswegen nicht durch herkömmliche Mittel erklären können, weil wir noch nicht über alle Beweisstücke verfügen - und nicht, weil diese Phänomene höchstwahrscheinlich auf außerirdischen Besuch zurückzuführen sind. Hätten wir alle relevanten Informationen, so wären wir wahrscheinlich in der Lage, UFOs mit irgendwelchen herkömmlichen Erscheinungen zu erklären. Nur, weil wir nicht beweisen können, dass Herr und Frau Barney Hill nicht von Außerirdischen entführt wurden, bedeutet das noch lange nicht, dass sie tatsächlich von Außerirdischen entführt wurden.

Viele UFOlogen meinen, wenn Augenzeugen wie Whitley Strieber, Betty und Barney Hill und andere angeblich von Außerirdischen entführte Leute nicht geisteskrank oder boshaft sind, seien sie auch nicht anfällig für Täuschungen - demnach könne man sich darauf verlassen, dass sie eine vertrauenswürdige Berichterstattung über Entführungen durch Außerirdische lieferten. Es ist jedoch offensichtlich, dass die meisten gescheiten, guten und normalen Leute sich in vielen Sachen täuschen lassen und man sich in gewissen Dingen nicht auf sie verlassen kann. Zwar ist es im Allgemeinen vernünftig, auf die Aussagen geistig gesunder, guter, normaler Personen ohne weiteres zu vertrauen: daraus folgt jedoch keineswegs, dass man ihren Aussagen zu jedweder Behauptung vertrauen sollte, sofern man ihnen nicht nachweisen kann, dass sie geisteskrank, boshaft oder Schwindler sind.

Wenn es sich bei einer solchen Behauptung zudem noch um etwas Unglaubliches handelt, sind Augenzeugenberichte allein nicht mehr ausreichend. Wäre es zum Beispiel vertretbar, einen Querschnittsgelähmten einer Straftat zu beschuldigen, nur aufgrund der Aussagen von zehn "Säulen der Gesellschaft", die behaupten, sie hätten den Angeklagten gesehen, wie er nackt mit Engelsflügeln zur alten Dame geflogen sei, und ihr die Handtasche entrissen habe? Es ist doch viel vernünftiger anzunehmen, dass auch gute Leute schlechte Dinge tun, oder dass sie sich irren, als ihnen zu glauben, dass einem Querschnittsgelähmten Flügel sprießen könnten.

UFOlogen ziehen ihre fehlerhafte Logik den Schlussfolgerungen des "Project Blue Book" vor, jenem US-Air-Force-Bericht, der besagt, dass "nach zweiundzwanzig Jahren der Ermittlung... keine der bekanntgegebenen und untersuchten unbekannten Objekte eine Gefahr für unsere nationale Sicherheit darstellten." UFOlogen lässt auch der Condon-Report kalt. Edward U. Condon war Leiter eines wissenschaftlichen Forschungsteams an der Universität von Colorado, der mit dem Auftrag betraut war, die UFO-Frage zu untersuchen. Seine Nachforschungen kamen zu folgendem Schluss:

"...in den vergangenen 21 Jahren hat die UFO-Forschung nichts zu unserem wissenschaftlichen Wissensschatz beigetragen...daher kann eine Fortsetzung der UFO-Forschung wahrscheinlich nicht mit der Erwartung gerechtfertigt werden, dass sie wissenschaftliche Fortschritte bringt."

UFOlogen glauben statt dessen, dass die Regierung und insbesondere der CIA uns etwas vorlügen und außerirdische Landungen und Mitteilungen vertuschen. Doch dafür gibt es keinerlei Beweise - außer einem allgemeinen Misstrauen gegenüber der Regierung, und der Tatsache, dass schon viele Regierungsbeamte in der Öffentlichkeit gelogen, die Wahrheit verzerrt, und sich geirrt haben. Der CIA hat aber schon etwa 1950 sein Interesse an UFOs verloren, er ermuntert UFOlogen nur gelegentlich dazu, die eigenen Aufklärungsflüge als außerirdische Raumschiffe zu identifizieren. UFOlogen ziehen jedoch andere Lügen dieser Regierungslüge vor. Sie unterstützen z.B. die Arbeit des NBC, die zwei Dutzend Folgen einer Serie namens "Projekt UFO" drehte, die angeblich auf dem "Project Blue Book" beruhten. Aber im Gegensatz zur Air Force suggerierte die NBC der Öffentlichkeit, dass dokumentierte Fälle existierten, welche die Beobachtung außerirdischer Raumschiffe belegten. Die Fernsehserie, die von Jack Webb (Dragnet) produziert wurde, verzerrte und verfälschte Informationen, um die Präsentation glaubwürdiger aussehen zu lassen. Kein UFOloge nahm NBC wegen Lügnerei ins Gebet. Aus der Sicht des Skeptikers hat sich NBC dem Geschmack des Publikums angepasst. Regierungsbeamte lügen aus allen möglichen Gründen, aber das Vertuschen von außerirdischen Landungen scheint keiner davon zu sein.

Die meisten unbekannten Flugobjekte werden irgendwann als "Ente" oder astronomische Ereignisse, als Flugzeuge, Satelliten, Wetterballons, oder andere natürliche Phänomene entlarvt. Air-Force-Studien zeigen, dass weniger als zwei Prozent aller UFO-Sichtungen unidentifizierbar blieben. Es liegt nahe, dass beim Vorliegen zusätzlicher Informationen auch diese zwei Prozent als Sternschnuppen, Flugzeuge oder ähnliches identifiziert würden - und nicht als außerirdische Raumschiffe.

Möglicherweise scheint den UFOlogen nur deshalb keine logische Erklärung glaubwürdig zu sein, weil diejenigen, die solche Begebenheiten erzählen und sich anhören, entweder keine logische Erklärung hören wollen, oder sich herzlich wenig um eine solche Erklärung bemühen. Jedenfalls kann man die Tatsache, dass manche Piloten oder Wissenschaftler behaupten, sie könnten keine logische Erklärung für irgendwelche visuellen Beobachtungen finden, kaum als Beweis für außerirdische Raumschiffe akzeptieren.

Schließlich ist noch bemerkenswert, dass UFOs in der Regel von ungeschulten Beobachtern des Himmels gesichtet werden, jedoch fast nie von professionell tätigen Astronomen oder Amateur-Astronomen - letztere verbringen immerhin übermäßig viel Zeit damit, in den Himmel zu schauen. Es läge doch nahe, dass Astronomen gelegentlich solch außerirdische Raumschiffe erspähen würden. Aber vielleicht wissen die listigen Außerirdischen, dass gute Wissenschaftler skeptisch und neugierig sind. Und solche Geschöpfe könnten durchaus die Sicherheit einer spannend erzählten Geschichte bedrohen...

Übersetzung: Larissa Wagner, MorgenWelt, Hamburg

 

 

 

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Robert Todd Carroll

 

Last updated 02/21/09